Gymnasialpfarrstelle
Angebunden an die Kirchengemeinde ist auch eine Schulpfarrstelle zur Erteilung von evangelischem Religionsunterricht. Seit 1996 arbeite ich dort als Schulpfarrer, nunmehr mit 19 Stunden am Hugo-Junkers-Gymnasium und mit 3 Stunden am Gymnasium an der Gartenstraße.
Der immer stärkere Traditionsabbruch, die Pluralisierung der Gesellschaft und die immer stärkere Präsenz anderer Lebens- und Werthaltungen über die christliche bzw. gar protestantische Lebenshaltung hinaus, fordern den Religionsunterricht einerseits zur Öffnung gegenüber diesen Phänomenen und den Menschen, die nicht der traditionellen Klientel entstammen, heraus. Andererseits geht es auch darum, ein protestantisches Profil in einer veränderten gesellschaftlichen Situation erkennbar und plausibel zu machen.
Der Religionsunterricht erfüllt einen allgemeinen Bildungsauftrag, wie er in den Richtlinien des Landes NRW festgehalten ist.
Biblisch-theologische Themen werden im Sinne der Traditionsvermittlung, aber auch auf die Persönlichkeitsentwicklung und Sozialität der Schüler bezogen, behandelt. Idealerweise geschieht dies in einer inhaltlichen Verschränkung, so dass beide Aspekte bei jedem Thema zum Gegenstand des Unterrichts werden. Beides trägt zur Erfüllung des Bildungsauftrags der Schule bei, wie es auch im Interesse einer kirchlichen und vom Evangelium her denkenden christlichen Bildungsverantwortung liegt.
Ein besonderer Schwerpunkt meiner religionspädagogischen Arbeit liegt in der medienpädagogischen Arbeit. Dabei geht es nicht um eine instrumentelle Vermittlung von Medienkenntnissen (Nutzung), wie dies im Fach Informatik geschieht. Es geht vielmehr darum, die Auswirkungen der modernen Medien auf Religion und religiöse Existenz des Menschen zu beleuchten. Die modernen Medien verändern einerseits das Rezeptionsverhalten der Menschen und transportieren andererseits vielfach religiöse Botschaften, teilweise unter deutlichem und massivem Rückgriff auf die christliche und andere religiöse Traditionen (u. a. Film, Fernsehen, Videoclip, Internet, Werbung, Fotografie). Andererseits bieten sie neue Möglichkeiten des Ausdrucks und der hermeneutisch reflektierten künstlerischen Anwendung im Religionsunterricht.
Umgangsfähigkeit hiermit zu erzielen - sowohl analytisch, als auch soweit in Schule irgend möglich produktiv - stellt ein wichtiges Anliegen meines Religionsunterrichtes dar.
Theologisch definieren lässt sich die Aufgabe des Schulpfarrers als Verkündigung des Evangeliums im schulischen Kontext auf dem Wege religiöser Bildung.
Insofern stellt die Rechtfertigungslehre die Mitte des religionspädagogischen Handelns dar. Der evangelische Religionsunterricht bemüht sich um die Bildung des Subjektes im Sinne der klassischen Bildungstheorie seit Schleiermacher und Humboldt. Bildung bedeutet Bildung des Subjektes auf dem Wege der Selbstbildung dieses Subjektes in Auseinandersetzung mit dem Anderen in Gestalt religiöser Tradition. Ziel einer solchen Bildungsbemühung ist die christlich und humanistisch entwickelte Menschlichkeit des Menschen. Mithin stehen stets das Subjekt, seine Sorgen, Hoffnungen und Bedürfnisse im Mittelpunkt des religionspädagogischen Interesses. Notwendig bedarf aber eine solche subjektorientierte Bildung auch des Rückgriffs auf die religiöse Tradition als Medium der Auseinandersetzung und der historisch geerdeten Reflexion des eigenen Lebens- und Sinnhorizontes. Schwerpunkte
Im Unterricht werden die folgenden Themen behandelt. Im Rahmen der Reduzierung der schulischen Bildung auf nur noch 8 Schuljahre im Gymnasium reduzieren wir die Inhalte gerade.
Jgst. | Themen | |
5 | Religiöses Sprach- und Bildverständnis nach Halbfas | |
6 | Schöpfung - von den biblischen Erzählungen bis zum Einsatz für die Schöpfung heute | |
7 | Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott - Süchte der Menschen | |
8 | Jerusalem - Stadt dreier Religionen: Judentum - Christentum - Islam | |
9 | Die Passion Jesu und die Rede von der Auferstehung | |
10 | Kirche im Nationalsozialismus | |
11 | Was ist Religion? (Zugänge aus Soziologie, Religionswissenschaft, Philosophie, Theologie) | |
12 | Christologie: | |
13 | Gotteslehre: |
Insbesondere geht es immer wieder um den Zusammenhang von Kultur, Lebenswelt und religiöser Tradition.
Die jährlichen Besinnungsfahrten des Jahrgangs 12, an denen alle Schüler und Schülerinnen teilnehmen, gehören zum festen jährlichen Arbeitsablauf. Ebenso findet einmal im Jahr ein Religionstag für die Jahrgangsstufe 9 statt, bei dem soziale Institutionen der Kirchen besucht werden. Zur Zeit versuchen wir hier exemplarisch auch eine längerfristige Zusammenarbeit aufzubauen. Zum Abitur hin bemühe ich mich, Schülern, die solches möchten, soziale Auslandsdienste der EKiR zu vermitteln.
Jedes Jahr findet ein ökumenischer Abiturgottesdienst statt, der immer zusammen mit den Schülern in einem langen Vorbereitungsprozess erarbeitet wird.
Auch die Seelsorge an Schülern gehört zu den Aufgaben eines Schulpfarrers.
Wenn Sie noch mehr über mich und meine Arbeit erfahren wollen, schauen Sie nach unter
www.ingo-reuter.de
Ihr
PD Dr. Ingo Reuter, Schulpfarrer
